DOSB - Olympiamannschaft

Bühne

EM Ulrike Lotz-Lange (rechts) im Gefecht © Alex Bondar

Gold und Bronze bei der Rollstuhlfechten-EM

Bei den Rollstuhlfechten-Europameisterschaften im italienischen Terni hat Ulrike Lotz-Lange mit Gold im Degenwettbewerb und Bronze im Florettwettberwerb der Kategorie C für zwei deutsche Medaillen gesorgt. Maurice Schmidt hingegen verpasste das Podest mit Rang fünf und sechs zweimal nur knapp.

Schon in der Vorrunde der Degen-Konkurrenz hatte Ulrike Lotz-Lange gezeigt, dass sie um den Titel mitfechten kann. Mit nur einer Niederlage gegen die Italienerin Nora Consuela startete sie an Position drei gesetzt in die Direktausscheidung. Im Halbfinale traf die Athletin vom HFC Lübeck dann auf die amtierende Weltmeisterin Ksenia Ovsyannikova aus Russland. In einem intensiven Gefecht setzte sich die Deutsche durch und zog mit einem 15:12-Sieg ins EM-Finale ein. Dort hatte sie die Chance, sich für die Vorrunden-Niederlage bei der Italienerin zu revanchieren – mit Erfolg. Lotz-Lange gewann mit 15:9 gegen Nora Consuela und sicherte sich damit den Europameistertitel in der nicht-paralympischen Kategorie C. „Ich bin überglücklich. Es war ein langer Tag, aber Gavri hat mich gut auf das Finalgefecht eingestellt“, resümierte sie und lobte den Degen-Cheftrainer Gavrila Spiridon.

Schon im Florettwettbewerb hatte die amtierende Vize-Weltmeisterin ihr Können unter Beweis gestellt. Bis ins Halbfinale focht Lotz-Lange ein einwandfreies Turnier, doch Hanna Pashkova aus der Ukraine verhinderte den Einzug ins Finale. „Ich freue mich natürlich über Bronze, wollte aber eigentlich unbedingt ins Finale“, kommentierte Lotz-Lange.

Auch Maurice Schmidt vom SV Böblingen präsentierte sich in Terni in guter Form. Der 19-Jährige gewann in der Vorrunde des Säbelwettbewerbs der Kategorie A fünf der sechs Aufeinandertreffen und startete an Position vier gesetzt in die Direktausscheidung. Auf dem Weg ins Viertelfinale bezwang der Böblinger Alberto Pellegrini aus Italien deutlich mit 15:8. Allerdings verhinderte Paralympics-Sieger Andrij Demchuk aus der Ukraine den Einzug des jungen Deutschen ins Halbfinale. „Maurice ist dicht an der Weltspitze dran. Gegen den Ukrainer, der Weltranglistenzweiter ist, mit 11:15 zu verlieren, ist keine Schande“, erklärte Cheftrainer Alexander Bondar.  Schmidt belegte in der Endabrechnung Platz sechs in der Säbel-Konkurrenz. Noch besser lief es mit seiner Paradewaffe Degen. Problemlos qualifizierte sich Schmidt für die 32er-Direktausscheidung und wurde erst im Viertelfinale vom Russen Artur Yusupov gestoppt (8:15). Am Ende landete der Böblinger auf Rang fünf. 

Ebenfalls in der Kategorie A ging Julius Haupt vom PSV Weimar an den Start. Der Thüringer Florettspezialist startet erstmalig bei den Aktiven-Europameisterschaften und erfüllte mit Platz 17 im Florett und Platz 23 im Säbel die in ihn gesetzten Erwartungen.

Sylvi Tauber ging bei der diesjährigen EM mit allen drei Waffen auf die Planche. Ihr bestes Ergebnis sicherte sich die Athletin vom Makkabi Rostock im Säbelwettbewerb der Kategorie B. Erst im Viertelfinale wurde sie von der späteren Europameisterin Olena Fedota aus der Ukraine gestoppt und belegte Rang sieben. Im Florettwettbewerb wurde sie Neunte und mit dem Degen beendete sie die EM auf Platz 12.

Balwinder Cheema konnte aufgrund von verletzungsbedingten Pausen und dem daraus resultierenden Trainingsrückstand nicht um die EM-Medaillen mitmischen. Er belegte Platz 16 im Säbelwettbewerb und Platz 18 im Degen der Kategorie B der Herren.

Auch im Teamwettbewerb der Herren reichte es nicht für eine Medaille. Anders als im Einzel wird im Teamwettbewerb nach der Weltrangliste gesetzt und keine Setzliste ausgefochten. Im Säbelwettbewerb traf das deutsche Team aus Balwinder Cheema, Maurice Schmidt und Julius Haupt gleich in der ersten Runde auf den späteren Europameister Italien. Mit 42:45 unterlag die deutsche Auswahl denkbar knapp und musste sich am Ende mit Rang sieben zufriedengeben. Auch im Degenwettbewerb traf die deutsche Equipe im ersten Gefecht auf keinen geringeren, als den amtierenden Paralympics-Sieger aus Frankreich. Auch hier mussten sie sich geschlagen geben und belegten Platz sieben. Ein ähnliches Bild zeigte sich im Florett. Die an Rang eins gesetzten Polen waren im ersten Aufeinandertreffen eine Nummer zu groß – am Ende reichte es für Platz acht.

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