DOSB - Olympiamannschaft

Paralympisch Leben

Das Online-Magazin „Paralympisch Leben“ ist das Herz der Webseite. Hier berichten wir über die Athletinnen und Athleten der Deutschen Paralympischen Mannschaft. Im Mittelpunkt stehen dabei die Geschichten hinter den Sportlern: Was macht sie aus, was haben sie erlebt und wie denken und fühlen sie? Alle Athletinnen und Athleten der Deutschen Paralympischen Mannschaft haben spannende Geschichten zu erzählen – die wir unter der Überschrift „Paralympisch Leben“ bündeln.

Erfolgreiche Spätstarterin: Per Zufall zum Radrennsport

Erfolgreiche Spätstarterin: Per Zufall zum Radrennsport
Quelle: picture alliance

„Schuld“ ist eine Freundin des bayerischen Landestrainers Franz Zissler. „Du“, erzählte die nach einer gemeinsamen Ausfahrt mit Denise Schindler auf dem Mountainbike, „da ist eine mit anderthalb Beinen, die fährt schnell Rad.“ Und so nahm alles seinen Lauf... Oder besser: Kam ins Rollen.

Denise ist die herausragende deutsche Radfahrerin mit einer Behinderung. Bei einem Unfall im Alter von zwei Jahren verlor sie in ihrer Geburtsstadt Chemnitz den rechten Unterschenkel, das Sprunggelenk des linken Fußes wurde schwer beschädigt. Zahlreiche Operationen waren nötig, um ihr das Maß an „normaler“ Mobilität zu geben, dass sie heute mit ihrer Prothese hat. „Nach dem Unfall war ich ein Jahr im Krankenhaus. Bis ich zwölf, 13 Jahre alt war, musste ich jedes Jahr operiert werden“, erinnert sie sich.

Sport, das war nicht so ihr Ding. Bis sie etwa 18 war. Sie hatte zwar in einem Fitnessstudio gearbeitet, aber das war´s dann auch. „Dann wollte eine Freundin von mir abnehmen und hat mich gefragt, ob ich nicht mitmachen will“. Wollte sie, mal ausprobieren. Und so entdeckte das Spinningrad für sich: „Da war etwas, woran ich sofort Freude hatte.“ Der Rhythmus, die Musik, die Tempovariation, jeder nach seinen Möglichkeiten, eine Stunde auspowern. Denise Schindler schwärmt noch immer.

Spinning, das wäre auch etwas, was sie gerne dem Gewinner der Aktion #HiertrainiereIch, eine Aktion der Deutschen Bahn zu „Jugend trainiert für Paralympics“, persönlich vermitteln würde: „Das wäre schon cool, es macht wirklich großen Spaß. Und mit dem Spaß wächst eben auch die Motivation.“ So wie sie es eben selbst erlebt hat. Vom Spinning ging es halt irgendwann raus auf ein Mountainbike, „man will ja auch irgendwann an der frischen Luft fahren“. Logisch. Sie überquerte die Alpen, rauf und runter, steigerte die Leistung immer mehr, wie von selbst. Obwohl, Training gehört natürlich dazu, von allein geht es nicht, „auch wenn ich sicherlich ein besonderes Talent habe.“ Ihr Coach Tobias Bachsteffel hat sie dabei seit den Spinning-Tagen im Studio begleitet.

Ja, und dann fuhr sie halt eines Tages im Jahr 2011 mit der Freundin von Franz Zissler. Und der rief wenig später an und lud sie zu einem Lehrgang ein.

Ein Jahr vor den Paralympischen Spielen in London also ist sie erst aufs Rennrad umgestiegen. Das ist eigentlich gar nicht zu fassen. Im Straßenrennen gewann sie dort Silber, wurde Vierte in der 3000m Verfolgung. Wurde Weltmeisterin im Straßenrennen, Weltcup-Gesamtsiegerin. Und so weiter. Erst im März gewann sie bei der Bahn-WM in Kanada wieder überlegen Gold auf ihrer Spezialstrecke über 3000m und blickt optimistisch auf die Straßen-WM Ende Juli voraus. Über all dem aber stehen für die 29-Jährige die Spiele 2016 in Rio – auch Denise Schindler trainiert für die Paralympics. „Das ist das große Ziel!“

Das geht nur, weil ihr Arbeitgeber, die Internet-Präsenz „Netzathleten“ ihr eine Halbtagsstelle ermöglicht. „Sechs Tage in der Woche trainiere ich“, erzählt sie. Es ist Hochleistungssport, regelmäßig fährt sie auch bei den Nichtbehinderten mit. „In einem Eliterennen bei den normalen Frauen würde ich mir einen Platz unter den Top Ten schon zutrauen“, meint sie, „Gewinnen würde ich nicht. Es fehlt halt etwas Muskulatur.“ Halt dort, wo ihre Prothese sitzt. Das erzählt sie mit einem herzhaften Lachen und man ahnt: Sonst fehlt es Denise Schindler an nichts.

 

#HiertrainiereIch

Ihr möchtet ein Training mit Denise Schindler oder einem anderen Athleten gewinnen?

So geht’s: www.hier-trainiere-ich.de

 

Die Deutsche Bahn - Nachwuchsförderung im Schulsport für Schüler mit und ohne Behinderung

Seit 2012 ist die Deutsche Bahn AG Hauptsponsor der weltweit größten Schulsportwettbewerbe JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA (JTFO) und JUGEND TRAINIERT FÜR PARALYMPICS (JTFP) - seit 2013 werden die Bundesfinalwettkämpfe erstmalig gemeinsam an den gleichen Sportstätten ausgetragen und sind damit die bislang umfangreichsten Bundesfinalveranstaltungen. Die DB möchte junge Nachwuchstalente fördern und über den Sport ein Zeichen für die Integration von Kindern mit und ohne Behinderung setzen.

Weitere Informationen unter www.deutschebahn.com/de/nachhaltigkeit/verantwortung_gesellschaft/sponsoring/behindertensport.html

Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie weiterhin auf dieser Website bleiben, erteilen Sie damit Ihr Einverständnis zur Verwendung von Cookies.

Schließen