DOSB - Olympiamannschaft

Paralympisch Leben

Das Online-Magazin „Paralympisch Leben“ ist das Herz der Webseite. Hier berichten wir über die Athletinnen und Athleten der Deutschen Paralympischen Mannschaft. Im Mittelpunkt stehen dabei die Geschichten hinter den Sportlern: Was macht sie aus, was haben sie erlebt und wie denken und fühlen sie? Alle Athletinnen und Athleten der Deutschen Paralympischen Mannschaft haben spannende Geschichten zu erzählen – die wir unter der Überschrift „Paralympisch Leben“ bündeln.

David Behre: EM im Visier / BP Blog

David Behre: EM im Visier / BP Blog

EM im Visier

Datum: 6. Juni 2016

Es sind nur drei Buchstaben. Rio. Aber darum dreht sich alles. Natürlich sind für uns Leichtathleten auch die Europameisterschaften wichtig, aber in diesem Jahr sehen wir sie eher als Durchgangs-Station für die Paralympischen Spiele. Trotzdem haben wir einiges vor, wenn wir am Donnerstag zur EM nach Italien aufbrechen, wo wir für gut eine Woche in Grosseto in der Toskana zu Gast sein werden. Auch ich habe mir viel vorgenommen.

Eigentlich wollten wir vorsichtig sein. Aber weil das Training zuletzt so gut lief, haben mein Trainer Karl-Heinz Düe und ich beschlossen, voll anzugreifen. „Feuer frei“ hat „Kalle“ zu mir gesagt. Also starte ich in Grosseto über die 100 Meter, die 200 Meter, die Staffel – und über „meine“ 400 Meter, mit denen es für mich am Sonntagabend losgeht. Dann weiß ich mehr. Ich bin selbst gespannt und ich werde alles geben. Für das Ding mit den drei Buchstaben. Rio.

Teilziel auf dem Weg nach Rio

Datum: 13. Juni 2016

Den Titel von Swansea 2014 habe ich verloren, denn bei den Europameisterschaften in Grosseto bin ich am Sonntagabend mit 49,71 Sekunden über „meine“ 400 Meter nur Zweiter geworden. Mein Trainer Kalle Düe und ich hatten vorher beschlossen, dass wir voll auf Risiko setzen und ich von Anfang an alles raushole. Das hat bis 300 Meter gut funktioniert und ich lag gleichauf mit meinem Leverkusener Nationalmannschaftskollegen Johannes Floors. Vor allem die letzten 60 Meter haben mir dann aber richtig wehgetan.

Gewonnen habe ich in Italien auch etwas: Wir wissen jetzt genau, woran wir noch zu arbeiten haben. Außerdem bin ich unter 50 Sekunden geblieben, habe also mein Teilziel erreicht. Ganz nebenbei war es die zweitschnellste Zeit, die ich jemals gelaufen bin. Und für die schnellste Zeit haben wir ja ab jetzt noch drei Monate Zeit. Dann ist Rio. Und Rio ist mein Traum. Um den zu erfüllen, werde ich alles geben!

Meine EM-Bilanz

Datum: 20. Juni 2016

Am Wochenende bin ich von den Europameisterschaften aus Grosseto in der Toskana zurückgekehrt. Mein Fazit fällt durchwachsen aus: Meine Zeit über 400 Meter war in Ordnung, auch wenn es hier für mich „nur“ Silber gab. Leider verhinderte eine leichte Verletzung dann den Start über 200 Meter und 100 Meter.

Zum Abschluss haben wir dann als Deutsche Staffel in 41,49 Sekunden einen neuen Europarekord aufgestellt – und haben hier sogar noch Luft nach oben. Alles in allem sind wir also im Plan.

Nach meiner Rückkehr musste ich dann erst einmal zu meinem Lieblings-Italiener. Ab und zu muss man sich auch auf der Road to Rio mal eine kleine Stärkung gönnen!

Schöner Himmel, schöne Stimmung, schöne Zeit!

Datum: 27. Juni 2016

Es hat sich ja schon bei den Europameisterschaften angedeutet. Da habe ich zwar meinen Titel über 400 Meter verloren, aber dafür Zuversicht gewonnen. Ich hatte die zweitbeste Zeit meiner Karriere im Gepäck und bin unter 50 Sekunden geblieben. Das war das Ziel. Mein Trainer Kalle Düe und ich wussten damals schon, woran wir bis zu den Paralympics zu arbeiten haben. Beim internationalen Leichtathletik-Meeting in Rhede wollte ich jetzt mal über 200 Meter testen, wie es mit der Grundschnelligkeit aussieht. Das Fazit: Schöner Himmel, schöne Stimmung, schöne Zeit!

Ich habe den Abend sehr genossen und zugleich mit „normalen“ Leichtathleten über unseren Sport sprechen können. Das ist doch Inklusion, von der immer alle reden. Gut war nebenbei auch mein Lauf, denn die Uhr zeigte mir am Ende 22,34 Sekunden! Schneller war ich auf dieser Distanz noch nie, obwohl sogar Luft nach oben da war. Beim Start und ganz am Ende kann ich es noch besser machen. Aber Kalle war zufrieden und ich war zufrieden. Wir werden weiter dafür arbeiten, dass der große Traum in Erfüllung geht. Die Richtung stimmt auf der Road to Rio.

Über den Blog:

BP in Deutschland, Nationaler Förderer des Deutschen Behindertensportverbandes e.V. und der Deutschen Paralympischen Mannschaft, begleitet David Behre auf seinem ganz persönlichen Weg nach Rio. Wöchentlich berichtet er in einem Blog vom Training und seinen Vorbereitungen auf die Paralympischen Spiele.


Blogbeiträge und Bilder: BP/David Behre

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