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DBS News © Uli Gasper / DBS

Umbruch bei Deutschlands Sitzvolleyballern

Die Bronzemedaille bei den Paralympischen Spielen in London 2012 wird unvergessen bleiben, schließlich war es die erste Medaille von Deutschlands Sitzvolleyballern seit 1992 und die dritte überhaupt in der Paralympics-Geschichte. Nun endet eine erfolgreiche Ära, der nur krönende Abschluss bei den Spielen in Rio fehlte, als erneutes Edelmetall mit Platz sechs verpasst wurde. Nach über fünf Jahren als Cheftrainer der deutschen Sitzvolleyball-Nationalmannschaft macht Rudi Sonnenbichler Ende 2016 Schluss – und mit ihm auch vier Spieler.

„Auch wenn dieser Entschluss bereits zu Beginn des Jahres in mir gereift ist, so ist mir diese Entscheidung keineswegs leicht gefallen. Denn ich kann mit meinem Team auf eine sehr erfolgreiche und positive Zeit zurückblicken. Vor allem der Gewinn der Bronzemedaille in London 2012 wird als absolutes Highlight immer in meiner Erinnerung bleiben“,  resümiert Sonnenbichler seine Amtszeit im deutschen Behindertensport. 

Nun will der 69-jährige Sinsheimer die hinzugewonnene Zeit noch mehr mit seiner Familie verbringen. „Meine Frau und meine Kinder haben in den letzten Jahren immer großes Verständnis für meine sportlichen Strapazen aufgebracht. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar, denn ohne ihre Unterstützung hätte ich diesen Job nicht ausüben können.“ Doch so ganz kann der gebürtige Mittenwälder dann doch nicht auf den Sport verzichten. Bei der Vereinsmannschaft von „Anpfiff Hoffenheim“ ist er nach wie vor als Sitzvolleyball-Trainer aktiv und leistet dort Pionierarbeit. „Es macht mir einfach großen Spaß wenn ich sehe, wie sich diese Jungs und Mädels jedes Training richtig reinhängen. Deshalb bleibe ich dem Sitzvolleyball nun auf Vereinsebene wohl doch noch eine Weile erhalten“, schmunzelt Sonnenbichler sichtlich zufrieden.

Auch sein Freund und jahrelanger Co-Trainer Jürgen Vorsatz wird sein Traineramt zum Ende des Jahres niederlegen. Der ebenfalls in Sinsheim lebende Vorsatz folgte 2011 dem Ruf von Sonnenbichler und begleitete die Mannschaft seitdem ebenfalls. Vor allem seine intensiven Kraft- und Ausdauerübungen waren beim Team gefürchtet. „Ich möchte mich beim gesamten Team für fünf intensive und erfolgreiche Jahre herzlich bedanken. Auch wenn wir bei den Paralympics in Rio sportlich hinter unseren Erwartungen geblieben sind, so war dies trotzdem eine unvergessliche Reise zum Abschluss.“

Zudem gibt es noch weitere Rücktritte zu vermelden: Die Urgesteine und Routiniers Jürgen Schrapp, Christoph Herzog, Kapitän Heiko Wiesenthal und Barbaros Sayilir werden ihre Karriere aus beruflichen und familiären Gründen beenden. Auch Physiotherapeut Stephan Henne und Teammanager Christian Heintz haben ihren Rückzug vom Sitzvolleyball angekündigt, Heintz möchte stattdessen die Entwicklung der deutschen Amputierten-Fußballer vorantreiben. Die deutschen Sitzvolleyballer stehen damit sowohl auf als auch neben dem Spielfeld vor einem Umbruch – doch das macht die Herausforderung für die Zukunft mit Blick auf die Paralympics 2020 in Tokio nur noch spannender.

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