DOSB - Olympiamannschaft

Wie funktioniert Biathlon mit Sehbehinderung?

Das Bild zeigt die sehbehinderte Biathletin Vivian Hösch. Vor ihr fährt ihre Begleit-Person. Sie sagt Vivian wo sie entlang fahren muss.

Biathlon ist eine besondere Art des Ski-Langlaufs.
Zusätzlich wird im Biathlon mit Gewehren geschossen.
Im Liegen und im Stehen auf Ziel-Scheiben.
Dafür bleiben die Sportlerinnen und Sportler
während des Ski-Langlaufs an Schieß-Ständen stehen.

Die Sportlerinnen und Sportler heißen bei diesem Sport:
Biathletinnen und Biathleten.
Sie brauchen eine gute Ausdauer beim Ski fahren.
Und sie brauchen eine gute Konzentration
für das Schießen.

Biathletinnen und Biathleten mit einer Sehbehinderung
haben ein besonderes Gewehr.
Durch einen Ton vom Gewehr hören sie,
wie gut das Gewehr auf die Ziel-Scheibe gerichtet ist.
Je höher der Ton ist, desto besser zielen sie.

Für das Ski-Laufen haben die Biathletinnen und Biathleten
eine Begleit-Person.
Die Begleit-Person läuft auch auf Skiern.
Ungefähr 2 Meter vor der Biathletin oder dem Biathleten.
Dabei muss die Begleit-Person sich immer wieder umdrehen
und mit der Biathletin oder dem Biathleten sprechen.
Die Begleit-Person gibt Hinweise zur Lauf-Strecke.
Zum Beispiel ob es nach links oder rechts geht.
Oder bergauf.

Norman Schlee ist die Begleit-Person von Vivian Hösch.
Beim Langlauf und beim Biathlon.
Er hat Vivian auch bei den Paralympischen Winterspielen in Sotschi 2014 begleitet.

Er erklärt seine Aufgabe so:
Ich sage eigentlich bei jedem Schritt Hopp.
Dann weiß Vivian, dass es geradeaus geht.
Wenn eine Kurve kommt,
sage ich zuerst die Richtung - links oder rechts.

Dann sage ich eine Zahl.
Das geht nach dem Ziffernblatt der Uhr.
9, 10, 11 für Links-Kurven.
1, 2, 3 für Rechts-Kurven.

Das Bild zeigt eine Uhr. Die Zahlen und die dazugehörige Richtung sind hervorgehoben.

Zum Beispiel:
9 bedeutet, dass es eine sehr scharfe Links-Kurve ist.
1 bedeutet, dass es eine leichte Rechts-Kurve ist.
Die Zahl sage ich so lange,
wie wir die Kurve entlang fahren.
Also 2, 2, 2, 2 bis die Kurve vorbei ist.

Die Begleit-Person ist selbst Sportlerin oder Sportler.
Denn sie muss mit der Biathletin oder dem Biathleten
auf der Strecke mithalten können.

Das Vertrauen zwischen der Biathletin oder dem Biathleten
und ihrer Begleit-Person ist sehr wichtig.
Denn sie müssen sich auf die Begleit-Person verlassen können.
Damit sie keine Angst vor einem Sturz haben.
Nur dann können sie sicher ski-laufen
und alles geben.

Das Bild zeigt Vivian Hösch und ihre Begleit-Person Norman Schlee. Sie präsentieren die Kleidung der Deutschen Paralympischen Mannschaft für die Paralympischen Winterspiele in Sotschi 2014.

Norman Schlee sagt dazu:
Vivian und ich sind inzwischen ein sehr gutes Team.
Wir verstehen uns auch privat sehr gut.
Wenn Vivian mit jemand anderem läuft,
dann hält sie sich viel mehr zurück.
Unsere Freundschaft hilft uns beim Laufen.
Wir haben viel Vertrauen zueinander.

Norman Schlee ist 30 Jahre alt.
Er ist Lehrer und Sport-Soldat.
Er reiste als Team-Mitglied des
Deutschen Behinderten-Sport-Verbands
nach Sotschi.
Er wohnte auch im Olympischen Dorf.
Im Olympischen Dorf wohnen alle Sportlerinnen und Sportler während der Paralympischen Spiele.

Norman Schlee sagt:
Ich fühle Sieg und Niederlage genauso wie die Sportlerin,
die ich begleite.

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